- Einleitung: Das fünfundzwanzigste Jahr
- Das Bourdieu-Jahr und ein paar wichtige Klassenfragen
- Das Jahrgangstreffen in Zeil / Erster Teil
- Heitere Gespräche bei diffuser Traurigkeit
- Übergangsriten und das Jahr-2000-Problem
- Das Millenium beginnt am Chott el Djerid und hält keines seiner Versprechen
- Schule, Macht und Ressentiment
- „Alles ist sehr versöhnlich“
Pour mon frère Neji et ma sœur Ständy.
Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie das neue Millennium für mich begann. Ich verbrachte damals die Weihnachtsferien samt des Jahreswechsels zusammen mit der Ständy, die nicht zu unserem Jahrgangstreffen gekommen war, in Südtunesien. Wir waren alles andere als in einem klassischen touristischen Arrangement dort, sondern in Folge eines selbst angebahnten, zweiwöchigen winterlichen Austauschs in tunesischen Familien und Freundeskreisen. In meinem Fall war es ein unvollständiger Austausch im klassischen Sinn, weil es zu keinem Gegenbesuch kommen konnte; aber ich denke trotzdem, dass sich die Tiefe der tunesisch-deutschen Begegnungen damals das Attribut Austausch durch und durch verdient haben.
Zusammengekommen war das Ganze auf einem recht außergewöhnlichen Weg. Vielleicht kann sich noch jemand an die bunten Broschüren mit den vielen Nationalflaggen erinnern, die damals an Schulen und unter Jugendlichen kursierten und einem die Möglichkeit boten, Brieffreundschaften in aller Welt zu knüpfen. Die Ständy war darüber, über Umwegen, in Kontakt mit einem Tunesier gekommen. Als es nach einiger Zeit des Briefeschreibens sowie einer Vorbegegnung in einem Touristenort um einen längeren Besuch in Südtunesien ging, hieß es, ich solle dabei sein, denn alleine wäre die Ständy nicht aufgebrochen. Obwohl ich selbst gar keinen Brieffreund dort hatte, war ich sofort für die Idee zu begeistern.

Die Ständy und ich waren in zwei unterschiedlichen tunesischen Familien untergebracht, ich bei Neji, mit dem ich heute über Facebook in Kontakt bin und den ich beim Schreiben dieses Beitrags kontaktiert habe, um ihm ein paar Fragen zu stellen.
Ich war viereinhalb Jahre zuvor einmal in einem Last-Minute-Familienurlaub in Tunesien gewesen und hatte mir damals vorgenommen, dass ich das Land zu späterer Gelegenheit noch einmal „richtig“ kennenlernen wollte. So ein Pauschalurlaub am Strand von Sousse mit dreitägiger Busrundfahrt durch den Süden bis zu den Sanddünen des Erg offenbart zwar Bilder und Eindrücke, aber so gut wie nichts über die Menschen. Es gibt stundenlange Hi8-Videoaufnahmen mit dem Camcorder, die ich 1995 gemacht hatte, die viele Aufnahmen durch die Fensterscheibe von vorbeiziehender Landschaft oder Menschen zeigen, die sich draußen auf der Straße aufhielten und unseren Reisebus kurz anblickten, auch im Ort Gafsa. Wie gerne hätte ich sie kennengelernt und etwas über ihr Leben erfahren! Genau dieser Wunsch wurde mir erfüllt.
Die Ständy und ich bereiteten uns mit einem Ferienjob (für die Tickets) und einem Arabischkurs an der Volkshochschule (falscher Dialekt!) mindestens ein halbes Jahr lang auf diese Reise vor. Viel mehr als das Alphabet blieb zwar vorerst nicht hängen, doch unsere Französischkenntnisse ermöglichten es uns und den gleichaltrigen Tunesiern und Tunesierinnen, uns trotzdem nahezu barrierelos zu verständigen. Als bleibender Effekt der französischen Kolonisierung wurde Französisch weiterhin als langue d’enseignement in Tunesien verwendet, also als Sprache des Bildungssystems und eines Teils der öffentlichen Verwaltung.
Während wir mit Gedanken an unser kurz bevorstehendes Abitur in den Flieger nach Monastir stiegen, bereiteten sich unsere Gastgeber auf ihr Baccalauréat (Bac) vor, das dort offenbar eine noch viel strengere und ernsthaftere Angelegenheit war als das Abitur bei uns. Sobald das Thema Bac auftauchte, zog bei unseren tunesischen Freunden schlechte Stimmung auf. Zum einem wurde von einem hohen Lernpensum und Leistungsdruck berichtet, gerade, was Mathematik anging. Und während bei uns die größte Sorge war, ob und wie man das Abitur bestehen oder gegebenenfalls wiederholen würde, wurde über das Bac wie über ein Synonym für den Eintritt in die Arbeitslosigkeit erzählt. Dass auch bei ihnen das Bac am Ende Fortgang bedeutete, machte unsere Perspektiven auf die bevorstehende Zeit danach keineswegs gleicher.

Wir wohnten in Gafsa, im südlich des Sahel am Übergang zur Sahara gelegenen Steppengürtel, der bereits in den Ockertönen der nahen Wüste gezeichnet ist. Unsere Freunde holten uns am Flughafen Monastir im Sahel ab, von wo es mit dem Zug in Richtung Südosten ging. Irgendwo endete die Zugfahrt, um dann mit einer Taxifahrt nach Gafsa abzuschließen. Obwohl die Stadt streng genommen noch im Steppengürtel liegt, sieht Gafsa bereits aus wie eine Oase, denn hier wachsen bereits überall Dattelpalmen, die Zeigerpflanzen der saharischen Oasenorte Nefta, Tozeur, Kebili und Douz weiter unten im Süden, im sogenannten Land der Dattelpalmen (Bled el Djerid). Gafsa ist umgeben von trockenen, mittelhohen Gebirgszügen und in erster Linie eine Bergarbeiterstadt: Hier liegt eines der wichtigsten Phosphatvorkommen der Welt.
Uns wurde von unseren tunesischen Gastgebern immer wieder eingeschärft, dass wir hier in Südtunesien seien und dass es zwischen dem Norden und Süden des Landes beträchtliche Unterschiede gäbe. Sie sagten das mit einem gewissen Stolz auf den Süden, während die Leute aus dem Norden als leicht arrogant beschrieben wurden. Man kennt solche Nord/Süd- oder West-/Ost-Verortungsschemata ebenso aus Deutschland und anderen Ländern, wobei in Tunesien markante klimatische Unterschiede zwischen dem mediterranen Norden und dem ariden Süden hinzukommen.
So weit im Süden besitzen die Häuser keine Heizung, so dass uns die Bilder aus dem Inneren der Wohnungen eigentlich immer dick angezogen in Jacken zeigen. Die Zimmer waren um einen Innenhof herum angelegt, auch fließend Wasser gab es nur kalt. Zum Jahreswechsel, also der kältesten Jahreszeit, war es dort zwar tagsüber fast durchgehend sonnig und, übertragen auf fränkische Verhältnisse, regelrecht frühlingshaft, so dass wir teilweise T-Shirt tragen konnten. Doch nachts sowie im Inneren der Gebäude war es kühl bei zirka 10 Grad Celsius und womöglich darunter. Am Abend vor dem Einschlafen wurde eine Kassette von Umm Kalthum eingelegt und meine Bettdecke mit einem dichten Teppich abgedichtet. Seit dieser Reise denke ich immer, wenn ich die Stimme der ägyptisch-arabischen Diva Umm Kalthum höre oder ihren Namen lese, an das Kassettendeck in jenem Haus in Gafsa.

Mit Neji und seinen Freunden besuchte ich auch das Hammam, das in Gafsa eine feste soziale und hygienische Institution ist — umso mehr, als es in vielen Privathaushalten kein fließend warmes Wasser gab. Dort konnte man nicht nur erschreckend mächtige, abgestorbene Hautschichten am ganzen Körper in Gestalt sich ringelnder, schwarzer Fäden loswerden, sondern stundenlang verbringen und entspannen — am Ende auf riesigen Matratzenlagern chillend, wo unterschiedlichste Menschen aufeinanderstießen. Dadurch landete ich letztlich sogar noch an der Iftar-Tafel des Philosophielehrers meines Gastgebers Neji im Privathaus des Lehrers, wo unter anderem Kamelfleisch serviert wurde und ich vom Lehrer in ein lebhaftes Gespräch über deutsche Literatur und Philosophie verwickelt wurde. Mein Gastgeber Neji verhielt sich ausgesprochen zurückhaltend, und im Nachhinein musste ich mich öfter fragen, warum es zu diesem Treffen kam und wer dieser Lehrer wirklich war. Das Land wurde damals vom korrupten Zine el-Abidine Ben Ali-Regime beherrscht, dessen Name und Konterfei im öffentlichen Raum mindestens so präsent waren wie Habib Bourguiba, der Staatsgründer, nach dem überall Straßen benannt waren. War der Lehrer etwa ein Spitzel, der wissen wollte, was seine Schüler da mit zwei Ausländern in einer so merkwürdigen Jahreszeit an einem untouristischen Ort trieben? Vielleicht waren meine Fragezeichen aber auch einem ganz anderen Umstand geschuldet: Eine vergleichbare Einladung und Begegnung wäre in Deutschland — mit unseren Lehrern! — einfach vollkommen undenkbar gewesen. Gastfreundschaft, das haben wir in Tunesien gelernt, ist dort eine totale soziale Tatsache.
Wir lernten gefühlt die halbe Stadt kennen: darunter zahlreiche Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen unserer Gastgeber, die uns trotz der Fastenzeit immer etwas zu essen, zu trinken oder Gebäckstücke anboten und oft sogar noch ein kleines Geschenk mit auf den Weg gaben. Obwohl die Ständy und ich unseren Gastgebern mehrmals zu vermitteln suchten, dass auch wir mitfasten („ramadanieren“) würden und sie uns kein Frühstück zu bereiten brauchten, kam das aus ihrer Sicht gar nicht in die Tüte. Mit einer Ausnahme hielten sich alle an die Fastengebote: Als unsere Gastgeber in einer entfernten Oasenstadt auch tagsüber rauchten, wurden sie von einem vorbeireitenden, älteren Mann regelrecht zusammengestaucht und sogar nach dem Namen ihres Vaters gefragt, woraufhin sie sofort ihre Zigaretten ausdrückten. Während uns gegenüber also größte Toleranz herrschte, wurde das Einhalten der Fastengebote intern durchaus von einer sozialen Kontrolle überwacht.
Von Gafsa aus unternahmen wir mit unseren tunesischen Freunden zahlreiche Ausflüge, zum Beispiel mit einem Vintage-Zug namens Lézard Rouge durch die Schluchten bei Métlaoui nahe der algerischen Grenze. Das Highlight war die mehrtägige Fahrt zu fünft mit einem kleinen, gemieteten Peugeot — der natürlich völlig untauglich für den Sand des Grand Erg Oriental war, wo wir bei Douz schließlich auch kurz stecken blieben. Den eigentlichen Jahreswechsel verbrachten wir in der Oase Tozeur (Kebili? Douz?) am Chott El Djerid, einem riesigen Salzsee wenige Kilometer südlich von Gafsa, wo es gar kein Problem war, ein paar Zimmer in einem Hotel zu finden, weil sich zu diesem Zeitpunkt außerhalb der touristischen Saison so gut wie kein Mensch dort aufhielt.


Wenn man an den Millenniumsjahreswechsel denkt, so kommen einem wahrscheinlich große, legendäre Partys in den Sinn. In Deutschland und überall in den Ländern des Westens und Nordens muss es eine extrem laute und schrille, von riesigen Feuerwerken erhellte Nacht gewesen sein, von den Alkoholexzessen ganz zu schweigen. Unser Abend verlief dagegen vergleichsweise unspektakulär, obwohl unser Trip in die Sahara eigentlich als Konzertbesuch der algerischen Raï-Musikers Cheb Mami geplant war, das jedoch aus irgendeinem Grund abgesagt wurde. Ich erinnere mich an kein Feuerwerk, allerdings gab es Tanz zu tunesischer Pop-Musik und Raï. Neben uns gab es im Wüstenhotel noch eine osteuropäische Kleinfamilie, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter in unserem Alter, die sich ebenfalls in dem überaus nackten und schlichten Hotel-Restaurant aufhielten und etwas verloren wirkten. Wir tranken Cola und hatten eine unglaublich gute Zeit — und ich werde für immer dankbar sein, diese Nacht genauso und nicht anders verbracht zu haben.

Auf unserer Reise waren wir ständig auf die höflichste denkbare Weise mit unserem europäischen Privileg konfrontiert — meistens subtil und schwer zu durchschauen, auch wenn es darüber auch zu mindestens einem Konflikt gekommen ist. In der Anthropologie ist der Gabentausch eine der großen Konstanten: Geben bedeutet eigentlich immer, dass auch etwas zurückgegeben wird. Eigentlich. Doch auf unserer Reise war es für uns als Besuchende von Anfang ausgesprochen schwer, irgendetwas zurückzugeben. Ich muss die Ständy und Neji noch einmal genauer befragen, ob mich meine Erinnerungen nicht trügen, doch soweit ich weiß, war schon eines unserer Gastgeschenke gewissermaßen ein Problem: Wir brachten Musik-CDs mit unserer Musik mit, wobei uns nicht bewusst war, dass es damals in Tunesien einfach keine CD-Player gab.
Eigentlich fingen die Missverständnisse aber schon am Flughafen an. Wir wurden, wie gesagt, von unseren Freunden abgeholt, und für uns war irgendwie klar, dass wir auch den Rest der Reise selbst bezahlen würden — also die Weiterfahrt nach Gafsa. Schließlich hatten wir doch nicht umsonst in den Sommerferien gejobbt und Geld für weitere Ausgaben bereitgehalten. Durch mein Aufwachsen in einer binationalen Familie, samt aller Erfahrungen des deutsch-bosnischen Wohlstandsgefälles und der Kriegswirren, war ich schon damals davon ausgegangen, über eine Art interkultureller Kompetenz zu verfügen. Doch die Tunesien-Reise machte mir klar, dass ich eigentlich so gut wie gar nichts über derlei Dinge wusste.

Über schwierige Übersetzungen, die sich uns nicht ohne weiteres erschlossen, wurde uns irgendwann klar, dass Ständys Gastgeber für unsere Reisekosten ab Monastir sowie andere Ausgaben jenes Geld verwendet hatte, das seine Familie für die Kosten seiner Nachhilfestunden für das Bac vorgesehen hatte, wofür er wiederum Stress durch seinen Vater einfuhr. Nun war dieses Geld wegen uns also aufgebraucht! Als uns das bewusst wurde — Tage später — verstanden wir bereits, dass es eine Art Ehrenkodex gab, der es alles andere als einfach machte, einen simplen Gabentausch umzusetzen: das Geld also gewissermaßen „rückzuerstatten“. Was in deutscher Mentalität ganz einfach zu regeln gewesen wäre, konnte in Tunesien einen regelrechten Konflikt erzeugen. Sowohl die Ständy als auch ich versuchten, unseren Gastgebern zu vermitteln, dass es doch besser wäre, wenn wir uns die Ausgaben teilten und wir doch außerdem das Geld aus dem Ferienjob zur Verfügung hatten. Aber als wir das ansprachen, wurden wir mit enttäuschtem, langem Schweigen abgestraft. Das Schweigen löste sich irgendwann wieder — nicht aber das grundsätzliche Problem: Für unsere Gastgeber war weiterhin klar, dass sie für fast alle Kosten aufkamen, bis auf die Miete für den Peugeot, die zum Glück wir bezahlen durften.
Durch meinen sofortigen Aufbruch nach Bosnien im Anschluss an das deutsche Bac habe ich leider den direkten Kontakt nach Tunesien relativ abrupt verloren. Dennoch verfolgte ich die Entwicklungen in Tunesien über die Nachrichten weiterhin mit großem Interesse. Der sogenannte Arabische Frühling oder die Arabellion brach haargenau zehn Jahre nach unserer Reise in Tunesien aus. In Sidi Bouzid, einer Stadt weiter nördlich, hatte sich am 17. Dezember 2010 der Gemüseverkäufer Mohamed Bouazizi angezündet und eine Kettenreaktion ausgelöst, die den Sturz des damaligen Regimes mit sich brachte und sich alsbald auf viele weitere arabische Staaten ausdehnte. Weniger bekannt ist, dass Gafsa als Ursprungsort der tunesischen Aufstände gilt: Durch die Ungerechtigkeiten im Sektor der Phosphatindustrie, die quasi-kolonialen Diktaten unterlag, gab es hier eine lange Vorgeschichte der Proteste und Gewaltausbrüche, die letztlich zur Revolution führten (obwohl der Begriff der Revolution heute umstrittener denn je ist).
Und damit will ich noch einmal zu den optimistischen Erwartungen des Mainstreams der Millenniumswende zurückkommen, die nicht zuletzt mit der Verheißung zu tun haben, die Welt würde sich nach einem vermeintlichen „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama) und einer generellen Demokratisierung gewissermaßen zum Besseren wenden. Als ich 2013 an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies, einer internationalen Graduiertenschule, mein Promotionsprojekt begann, waren die Umstürze in den arabischen Ländern dort ein häufiges Forschungsthema. Eine ägyptisch-deutsche Kollegin und Politikwissenschaftlerin untersuchte zum Beispiel die Protestkultur in Ägypten, und es wurde in diesem Zusammenhang auch diskutiert, inwieweit Social Media wie Facebook ausschlaggebend oder sogar entscheiden waren. Die Ergebnisse waren bereits ernüchternd. Bisweilen hieß es damals in den Feuilletons noch, die Arabellion sei eine Facebook-Revolution gewesen, weil sich die Menschen tatsächlich über diese und andere Plattformen verabredet hatten. Doch wie Jaron Lanier, ein Insider des Silicon Valleys, bereits früh feststellte, waren derlei Plattformen janusköpfig: Sie mögen eine Anfangseuphorie befördert haben, doch nachträglich stürzten sie die Energie umso kraftvoller und gewinnbringender in ihr Gegenteil um.
Was wir eigentlich erlebt haben seit dem Jahr 2000 war eine gewaltige Akzeleration — also eine Beschleunigung in jederlei Hinsicht. Wollte ich jetzt wieder zum Cover der Abi-Zeitung zurückkommen, und ich werde das an anderer Stelle weiter ausführen, könnte ich die Visionen jener Sackgesichter beschreiben, die heute die Geschicke der Menschheit zu bestimmen scheinen. Unsere Tunesien-Reise damals war auch eine Reise in die Entschleunigung — wofür stellvertretend der Unterschied zwischen den Kassettendecks und den CD-Players stehen mag. In einigen Begegnungen auf der Jahrgangsveranstaltung wurde mir von der Arbeit in hochbezahlten Sektoren berichtet, jedoch ohne spürbaren Enthusiasmus oder Stolz. Schaut man sich auf den Social-Media-Profilen um, so stellt man fest, dass nicht wenige Personen offenbar Erholung in Reisen zu faszinierenden Naturstandorten suchen, freiberuflich arbeiten, um die Work-Life-Balance zu verbessern oder sogar im Bereich Coaching mit Schnittstellen zum Esoterik-Bereich tätig sind. Vielleicht rührt die Erschöpftheit, die ich in manchen Gesichtern zu sehen glaube, von der großen und fatalen Akzeleration, die die ganze Welt erfasst hat.
Die Bilder oben sind aus Ständys Album.














5 Antworten auf „(6) Das Millennium beginnt am Chott el Djerid und hält keines seiner Versprechen“
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