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Herbst

„Crimen exceptum“: Franken als Hochburg des Hexenwahns der frühen Neuzeit (I)

In dieser kommentierenden und textnahen Rezension des Buchs „Hexen und Hexenprozesse in Deutschland“, herausgegeben vom Historiker Wolfgang Behringer, nähere ich mich dem Zusammenhang einer folgenreichen Komplizenschaft an: jener zwischen Klimageschichte, den Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit Mitteleuropas, Bezügen zu Antijudaismus und Antisemitismus — sowie Parallelen zu unserer Zeit, die ebenfalls stark von Umweltveränderungen und reaktionären Dynamiken geprägt ist.

Vorbemerkung: Einfache Seitenangaben (z.B. S. 268, etc.) sowie Quellenangaben unter direkten Zitaten mit Behringer (z.B. Behringer, S. 286) beziehen sich allesamt auf Behringer, Wolfgang ([1988] 2006): Hexen und Hexenprozesse in Deutschland. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Bereits seit längerer Zeit interessiere ich mich verstärkt für die Frühe Neuzeit, die durch die schiere Menge bahnbrechender Erfindungen, Entdeckungen, politischer und geistesgeschichtlicher Revolutionen, Großereignisse und schließlich Veränderungen des Weltbildes als eine der bedeutendsten Wendeperioden in der mitteleuropäischen Geschichte gelten muss. Doch in der historischen Bilanz erscheint die Zeit zwischen Mittelalter und Neuzeit heute ausgesprochen ambivalent: Insbesondere das Thema der Hexenverfolgungen ist eine der markantesten und brutalsten Schlagseiten dieser Periode, obwohl sich nach wie vor in weiten Kreisen die Meinung hält, Hexenverfolgungen und -Morde seien kein neuzeitliches, sondern ein mittelalterliches Phänomen gewesen. Was Franken angeht, das von den Hexenverfolgungen besonders betroffen war, hatte ich mich in einem Beitrag über Gerichtslinden in Franken auf Dunyalook schon einmal ganz oberflächlich mit dem Thema beschäftigt, es aber noch nicht weiter vertieft.

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Als ich im zurückliegenden Sommer schließlich wieder einmal nach längerer Zeit in der unterfränkischen Kleinstadt Zeil am Main war, die ich aus meiner Schulzeit gut kenne, habe ich mich im Sichtschatten des „alten Gerütschs“ der alten Stadtmauer — die früher weitere Gefängnistürme umfasste — an den berüchtigten Hexenturm und die sehr späten, überaus radikalen Hexenverfolgungen in Franken erinnert. Hexenverfolgungen waren mir im späten Corona-Sommer 2020 bei der Gerichtslinde im thüringisch-fränkischen Kühndorf mit der Gedenktafel für die noch 1660 ermordete Katharina Kehl aus Utendorf quasi über den Weg gelaufen (s. Bild oben), als ich mich für eine Woche bei einer Freundin aufhielt, die eine mittelalterliche Burg im Henneberger Land bewohnt. Nicht nur durch diese Erinnerungsposten, sondern auch durch die vorangegangene Beschäftigung mit der oberitalienischen Renaissance (in Vorbereitung auf meine Verteidigung) drängte sich mir zunehmend die Frage auf, welche Lektionen diese Zeit für Fragen der Gegenwart bereithält. Wie dieser Beitrag am Ende hoffentlich zeigen kann, ist es eine überraschend breite Palette von Themen — zwischen neuen Medien, Klimawandel und Sündenbockdynamik — die sich für die damalige wie für die heutige Zeit im Sinne einer sozialpsychologischen Fragmentierung der „Pathologien der Geschichte“ (Hannah Arendt) herausarbeiten lässt. Die herausgearbeiteten Aspekte sind sowohl für das Projekt Acta Francorum, als auch für die diachrone Betrachtung von Wendezeiten und ihrer sozialpsychologischen Begleiterscheinungen im Projekt Neopopulismus von Bedeutung.

Es war also höchste Zeit, tiefer zu graben.

Wer sich also mit dem Thema ausführlicher oder auch nur zur Einführung beschäftigen möchte, dem sei Wolfgang Behringers Buch „Hexen und Hexenprozesse in Deutschland“ unbedingt empfohlen. Es ist gegliedert in sieben Kapitel, die jeweils durch einen kurzen Überblickstext eingeleitet werden. Die 286 Quellentexte, die teils sehr kurz, teils mehrere Seiten lang sind, sind in vielen Fällen in der frühneuhochdeutschen Originalsprache wiedergegeben, was für zeitgenössische Leser nahezu uneingeschränkt verständlich ist. Ältere, mittelalterliche Texte (oder Auszüge) wie die Merseburger Zaubersprüche, die in althochdeutscher Spache verfasst sind und im Original unverständlich wären, wurden ins aktuelle Neuhochdeutsch übersetzt wiedergegeben. Im Folgenden werde ich die einzelnen Kapitel sehr nah am Text lesen und exzerpieren. Dabei werde ich einige Aspekte vertiefen sowie durch ältere und neuere Recherche-Ergebnisse ergänzen.

Zwei große Zusammenhänge, das kann ich vorausschicken, erscheinen mir zentral: Erstens, die Wechselwirkung zwischen Klimawandel bzw. naturräumlichen Externalitäten einerseits und den teilweise widersprüchlich erscheinenden Siegeszug des reaktionären Geistes andererseits; widersprüchlich, weil die Wendezeiten nicht nur mit äußeren Härten, sondern gleichzeitig mit großen Erfindungen und Innovationen einhergeht, wie dies im Fall der Frühen Neuzeit und Renaissance ganz gewiss der Fall war. Dies bringt Monika Schraut, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hexenturms der Stadt Zeil, in einem Film-Interview mit TV Mainfranken hervorragend auf den Punkt: Sieht man von den brutalen Konfessionskriegen einmal ab, die auf den Gebieten von Reformation und Gegenreformation des dysfunktionalen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation tobten, war es eigentlich eine schon sehr gelehrsame, moderne Zeit. Es gab den Buchdruck — und „wer wollte, konnte sich einen Globus ins Wohnzimmer stellen“. Diese Wechselwirkung hat sich aber nicht nur negativ niedergeschlagen, sondern auch beispielsweise in der bildenden Kunst ihre Spuren hinterlassen.

Doch diese heute oft nurmehr positiv wahrgenommen Innovationen — ein realistischeres Weltbild (Globus), Buchdruck, fortschreitende Alphabetisierung und schließlich der Weg in die Aufklärung — waren begleitet von brutalen Disruptionen. Wer sich einmal ausführlicher mit der Lebenswelt des Niccolò Machiavelli im Oberitalien der Renaissance beschäftigt hat, kennt diesen krassen Widerspruch: einerseits blühten Künste und Wissenschaften, andererseits trieben Warlords ihr Unwesen. Ganz ähnlich verhielt es sich nördlich der Alpen im 16. und 17. Jahrhundert mit der Dynamik zwischen Reformation, Gegenreformation, Erfindungen und Innovationen auf der einen Seite — und Dreißigjährigem Krieg, Brutalisierung und Hexenwahn auf der anderen Seite. Deshalb interessieren mich, zweitens, die Parallelen zwischen den Hexenverfolgungen, deren Ausmaße direkt mit den neuen Möglichkeiten des Buchdrucks korrelieren (zum Beispiel Flugblätter zu drucken und Schriften wie den Hexenhammer zu vervielfältigen und zu verbreiten), dem aus dem Spätmittelalter übernommenen Antijudaismus, sowie dem sich später herausbildenden Antisemitismus der Nazizeit und seiner Sündenbocklogik. Letzterer würde sich schließlich verheerend für das fränkische Landjudentum auswirken, worum es im mittleren Herbstkapitel der Acta Francorum geht.


Obwohl die Hexenverfolgungen kein typisches Phänomen des Mittelalters waren, greift Behringer im ersten Kapitel unter der Überschrift Christliches und magisches Weltbild im Widerstreit (S. 11-71) dennoch sehr weit zurück auf offenbar äußerst langlebige, vorchristliche und nichtchristliche Glaubensvorstellungen und Symbole. Von der Antike bis ins hohe Mittelalter, so zeigt der Autor anhand der präsentierten Originalquellen, besitzen wir Zeugnisse von vorchristlichen religiösen Glaubensvorstellungen keltischer, germanischer und slawischer Völker (S. 11). Ohne diese Bezüge wären Begriffe wie Berchte, Unholde, Frau „Huldie“ u.v.m. schwer zu erklären; aber auch vorchristliche Praktiken, wie diesen Göttern und Geisterfiguren Mahlzeiten darzubringen, zum Beispiel im für das 13. bis 15. Jahrhundert belegten „Nachtmahl für die guten Frauen“ (S. 13; 18-19). Die Vorherrschaft der „magischen Volkskultur“ blieb laut Behringer erstaunlicherweise trotz Inquisition, Reformation und Gegenreformation relativ ungebrochen, so dass selbst Ende des 16. Jahrhunderts in Sachsen noch „Alb und Elbin“ und die „Unholden“ den christlichen „Göttern“ Jesus und Maria gegenübergestellt wurden (S. 14). Die heidnischen Glaubensvorstellungen wurden einerseits durchaus brutal verfolgt, andererseits konnte dies nie der alleinige Weg zur erfolgreichen Ausbreitung des neuen Glaubens sein, so dass es auch häufig zur Integration und Adaption alter Elemente in das neue Glaubenssystem kam. Diese Dynamik ist aus unzähligen anderen Synkretisierungszusammenhängen bekannt (z.B. Candomblé in Brasilien). Ein prominentes Beispiel ist der sogenannte Drudenfuß (das Pentagramm), das in der Bevölkerung offenbar noch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts „fast die Bedeutung des Kreuzzeichens“ erreicht habe (S. 17).

Drudenfuß als Schutzsymbol an einem Haus in Ahrweiler von 1639. Bildquelle: Wikipedia, gemeinfrei (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drudenfuss_1639.jpg)

Zwar war die Furcht vor der Kraft der Zauberei, Schadenzauber, Wettermachen u.ä. im Mittelalter durchaus verbreitet, doch die in diesem Zusammenhang stattfindenden Morde waren keineswegs die Regel oder gar durch die Kirche veranlasst, wie ein Beispiel aus Oberbayern zeigt:

Im Jahr 1090 wurden bei Freising gegen den Willen der Kirche drei Wettermacherinnen am Isarstrand verbrannt, und vieles an diesem — allerdings damals noch illegalen — Vorgang erinnert an spätere Hexenprozesse. (…) Die Kirche akzeptierte die Hinrichtungen keineswegs, sondern bezeichnete die Frauen als „Märtyrerinnen“ (Dok.5).


Behringer, S. 12.

An anderer Stelle wäre freilich auf den Feuertod für andere Gruppen und „Verbrechen“ wie Juden, Sodomie, Ketzerei, etc. einzugehen, denn das gab es im Mittelalter durchaus und wurde theologisch begründet. Was jedoch die Möglichkeit des Hexenfluges betrifft, der zentral für die Beschuldigung der Teilnahme verurteilter Hexen am sogenannten Hexensabbat war, so wurde dieser aus theologischer Sicht bis ins 15. Jahrhundert nicht durch die Kirche gestützt, so Behringer (S. 19). Es kam allerdings seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts zu einer folgenschweren Veränderung für die Hexenfrage, indem sich ein Neuverständnis der augustinischen Lehre der ausdrücklichen oder stillschweigenden Dämonenpakte (pacta expressa und pacta tacita) und der Scholastik des hochmittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin durchsetzte (S. 19-20). So verwischten im Hochmittelalter die Grenzen zwischen der Verfolgung von Häresie (z.B. Waldenser, Katharer) und Zauberei: Vertreter beider Abweichler konnten nun gemäß der augustinischen Lehre unter dem Vorwurf der Idolatrie verfolgt werden (S. 21). Hier taucht das Wort Ketzersabbat auf, der antijudaistische Wurzeln hat, worüber Behringer jedoch nicht genauer elaboriert:

Mit den im Hochmittelalter beginnenden Ketzerverfolgungen gelangte deshalb auch das Zauberthema zu neuer Aktualität. Bereits den aufständischen norddeutschen Bauern, den Stedingern, wurde ein Ketzersabbat angedichtet (Dok. 40), der dem späteren Hexensabbat (Dok. 50, 54 und 156 ziemlich ähnlich sah.

Behringer, S. 21.

Erst nach dem 11. Jahrhundert häuften sich Ketzerhinrichtungen, wie Behringer im zweiten Kapitel Erste Hexenverfolgungen und Widerstand gegen die Inquisition in Deutschland (S. 72-129) beschreibt. Die „eigentliche Waffe“ der Kirche gegen die Zauberei war die Inquisition, die in zwei Formen zu unterscheiden war: erstens, die bischöfliche und päpstliche Inquisition, geleitet durch einen meist dominikanischen Inquisitor, sowie zweitens das allgemeine Prinzip des Inquisitionsprozesses als Ermittlungsverfahren von Amts wegen, das nach Klage eines privaten Klägers aufgenommen wurde (S. 72). Die „Schuld der Kirche“ an den Hexenverfolgungen sei allerdings oft ein problematischer Vorwurf, wohingegen wesentliche Veränderungen im Bereich der Rechtsgeschichte im 12. Jahrhundert schwerer wögen: Diese führten summa summarum zu einer Zunahme von Folter als Prozessmittel, obwohl Folter in den Jahrhunderten zuvor kaum eine Rolle gespielt hatte. Gleichzeitig zur Verpflichtung aller Christen zur Beichte wurde das Geständnis (confessio) zur Königin der Beweise (regina probationum) erklärt (S. 74). Wie Monika Schraut im bereits genannten Film-Interview auf TV Mainfranken auf den Punkt bringt: Während heutige Gerichtsurteile auf Beweisprozessen beruhen, waren damalige Prozesse Geständnisprozesse. Es musste ein Geständnis stattfinden — und erst dann war eine Verurteilung überhaupt möglich. In traditionellen Zauberprozessen ging es in Deutschland bis über die Mitte des 15. Jahrhunderts meist um:

  • Liebeszauber,
  • Schadenzauber,
  • Anhexen von Krankheiten,
  • Wettermachen,
  • nächtliche Flüge,
  • Tierverwandlungen. (S. 75)

Auf die späteren Prozesse und Vorwürfe, die sich weiter ausgestalten und insbesondere die Teilnahme am sogenannten Hexensabbat zum zentralen Element erklären, wird es noch gehen. In der Schweiz könne bereits in den 1450er Jahren von Hexenprozessen die Rede sein.

Neben der päpstlichen Hexenbulle von 1484 (Summis desiderantes affectibus) ist ein Dokument der Hexenverfolgung für die weitere Entwicklung besonders relevant: der Hexenhammer (Malleus Maleficarum), der erstmals 1486 gedruckt wurde und dessen Autorschaft Behringer eindeutig dem aus dem Elsass stammenden Dominikaner Heinrich Kramer ausstellt; der früher oft als Ko-Autor genannte Dominikaner Jacob Sprenger sei von Kramer angeführt worden, um dessen weniger umstrittenen Leumund zur besseren Akzeptanz des Hexenhammers zu instrumentalisieren (S. 76-77). Im Hexenhammer sei die Hexenlehre zum Abschluss gebracht worden, habe sie auf Frauen zugespitzt und praktische Anweisungen zur Durchführung gegeben (S.76).

Die Reaktionen auf den Hexenhammer waren allerdings zwiespältig und unterschieden sich je nach Bevölkerungsgruppe und Region. Von Teilen der Bevölkerung ging oft der größte Drang nach Hexenverfolgung aus, wie Behringer das Buch hindurch zeigt. Zahlreiche schriftliche Zeugnisse offenbaren sogar, dass geklagt wurde, das ganze Land sei voller Hexen, dass jedoch viel zu selten etwas dagegen getan werde (S. 268-269). Teile der akademischen Intelligenz unterstützten den Hexenhammer ebenso. Unter letzteren findet sich auch die positive Resonanz durch Martin Luther, Philip Melanchthon und Paracelsus, was lange Schatten in den Geistes- und Naturwissenschaften werfen sollte (S. 77; zu Luther, Melanchthon und Paracelsus genauer hier). Andererseits habe große „Aversion gegen den Gesinnungsterror der römischen Kirche“ bestanden, so dass sich Juristen, Theologen und Strafrechtskommentare distanzierten; Humanisten wie Erasmus von Rotterdam oder Willibald Pirckheimer „machten sich öffentlich lustig über die Dummheit der Inquisitoren“ (S. 77). Auch Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim befand sich unter den Gegnern (S. 77-78) — der durch sein erstes Hauptwerk De occulta philosophia bemerkenswerterweise oft als Begründer des Okkultismus gilt.

Die eingeführte Praxis der Folter, so Behringer, liefere für die Hexenprozesse keine ausreichende Erklärung. Die große Zeit der Hexenverfolgungen begann erst nach 1560 und sei im Ganzen erst über die Einbeziehung anderer geschichtlicher Zusammenhänge zu erklären (S. 75). Und auch, dass der bald über ganz Europa verbreitete Hexenhammer als Zentraldokument der Hexenverfolgung und mithin „geistesgeschichtlicher Sprengsatz“ (S. 79) überhaupt zündete, sei durch die sehr verbreitete Kritik in den Jahrzehnten nach der Reformation eher unwahrscheinlich gewesen: Die Zeit der päpstlichen Inquisition nördlich der Alpen erschien vielmehr als abgelaufen, die Hexenlehre des Malleus maleficarum habe als quasi abgewehrt erscheinen müssen. „Er hatte jedoch Wurzeln geschlagen und die sozialgeschichtliche Entwicklung des 16. Jahrhunderts (Kap. 3) sollte zu einer für viele unerwarteten Fernwirkung führen“ (S. 79).

Diese Fernwirkung, der sich Behringer im dritten Kapitel Mentalitätswandel und Neubeginn der Hexenverfolgungen (S. 130-179) zuwendet, nahm ihren Anfang in einer Klimaveränderung: der „Kleinen Eiszeit“ in den Jahrzehnten nach 1560. Die durch sie verursachten Missernten hatten zur Folge, dass es immer wieder zu drastischen Preissteigerungen für Getreide kam — und besonders in Mainfranken auch zu starken Frostschäden an den kälteempfindlichen Weinreben, wie auch aus den präsentierten Originalquellen hervorgeht.

Eines der bekanntesten Bilder der „Kleinen Eiszeit“, das auch auf dem Cover von Wolgang Behringers Buch Kulturgeschichte des Klimas abgebildet ist, ist das Bild Jäger im Schnee von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahr 1565. (Gemeinfrei)

Behringer warnt davor, eine allzu einfache Rechnung aufzumachen: „Härteres Klima = häufigere Mißernten = größerer Wunsch nach Ausrottung der Ernteschädlinge, der Hexen“ (S. 130). Gleichermaßen seien neben dem exogenen Faktor des Klimawandels auch endogene Faktoren wie Differenzierung und Polarisierung des gesellschaftlichen Reichtums, von Gesellschaft insgesamt und schließlich ein radikaler Mentalitätswandel, und zwar relativ unabhängig von konfessioneller Zugehörigkeit (S. 130-131). In katholischen Gebieten kam es zu einer Bedeutungszunahme des Maria-Kults (der auch durch den Hexenhammer propagiert wurde), bei Protestanten womöglich sogar durch den Fortfall kirchlicher Abwehrmagie zu einer gesteigerten Furcht vor Verhexung (S. 132).

Die rapide Verdüsterung des Weltbildes seit 1560, noch verstärkt in den 1580er Jahren — »Scharnierjahre, wenn es je solche gegeben hat«, schrieb Mandrou (…) –, stellte einen Mentalitätswandel dar, der stellenweise einem kulturellen Umbruch gleichzukommen scheint. Erst dies macht erklärbar, warum die gesellschaftlichen Oberschichten nun plötzlich dem Verlangen der Bevölkerung nach Verfolgung der Hexen nachzugeben bereit waren.


Behringer, S. 131-132.

Besonders in den Jahren, die als Agrarkrisenjahre bekannt sind, häufen sich die Berichte über Hexenverfolgungen. Typischerweise führten klimabedingte Mißernten zu einer Verknappung von Grundnahrungsmitteln und somit des Brotgetreides, das sich verteuerte. Dadurch stieg auch die Krankheitsanfälligkeit sowie weitere Pauperisierungsdynamiken wie Landflucht, Arbeitslosigkeit, Mangelbekleidung, Versagen sonst üblicher sozialer Hilfen, etc. Der Zyklus Unwetter — Missernte — Teuerung — Hungersnot — Seuche konnte sich potenzieren, wenn mehrere Missernten aufeinander folgten (S. 133). Neben menschlichen Krankheiten wie den Pestausbrüchen grassierten seit 1562 auch Viehseuchen. Dies führte dazu, dass es zu den ersten größeren Hexenverfolgungen nach der Reformation kam, denen nicht nur Schadenzauber an Menschen, sondern auch am Vieh zum Vorwurf gemacht wurde. So wurden in der protestantischen Herrschaft Wiesensteig von 1562 bis 1564 über 60 Frauen als Hexen verbrannt (S. 135).

Die Hexe von Albrecht Dürer (ca. 1500/1501), CC0, via Wikimedia Commons

Wie Behringer aufzeigt, wurden die neuen Hexenverfolgungen keineswegs einfach so hingenommen, sondern waren von Interventionen und Gegenschriften wie De praestigiis daemonium des Autors Johann Weyers von 1563 flankiert. Doch Weyers Argumente konnten sich nicht gegen „einen ungeheuren Aufschwung an dämonologischer Literatur“ sowie den Schriften des calvinistischen Theologen Lambertus Danaeus, des katholischen Staatstheoretikers Jean Bodin (beide aus Frankreich) und lutherischer Autoren der kursächsischen Kriminalordnung durchsetzen (S. 136). Seit 1570 verschärfte sich der Diskurs zudem dahingehend, dass nun nicht mehr nur Schadenzauber, sondern bereits der (wie auch immer gestandene) Teufelspakt, noch weitgehend unabhängig von obrigkeitlicher Konfessionszugehörigkeit, unter Todesstrafe gestellt wurde (S. 136).

Im vierten Kapitel unter der Überschrift Höhepunkt der Hexenverfolgungen 1585 bis 1594 (S. 180-267) beschreibt Behringer, wie sich die Entwicklung in den Folgejahrzehnten weiter zuspitzte: Nicht nur Armut und Hunger, sondern auch „große Angst“ griff um sich (S. 180), so dass es im Erzstift Trier an der Mosel zwischen 1585 und 1593 zur größten deutschen Verfolgung des 16. Jahrhunderts kam — bevor die fränkischen Hochstifte im 17. Jahrhundert noch größere Verfolgungswellen erleben würden. Mit der Schrift Tractatus de confessionibus maleficorum et sagarum des Trierer Weihbischofs Peter Binsfeld setzte die sich nun weiterentwickelnde Dämonologie — die laut Behringer seit dem Hexenhammer gewissermaßen stagnierte — außerdem neue Standards und lieferte ein neues, theoretisches Fundament für härteste Verfolgung (S. 181-182). In dieser dämonologischen Schrift erfolgte erstmals eine kohärente Darstellung des Hexensabbats, und sie gestaltete sich zu einem weitaus einflussreicheren Werk als jene der vorangegangenen Befürworter Bodin, Binsfeld oder des Hexenhammers (S.184).

Erst ab den 1590er Jahren setzte „eine eindeutige und recht rigide Konfessionalisierung der Debatte über die Hexenfrage“ ein: katholischen Kritikern der Verfolgung war die Bezugnahme auf protestantische („ketzerische“) Gegner verboten und es existierten fortan zwei voneinander getrennte Debatten (S. 182-183). Die Abhandlung Disquisitionum Magicarum libri VI des katholischen (jesuitischen) Universalgelehrten Martin Delrio stellte ein weiteres, weit verbreitetes Dokument der Verfolgung auf katholischer Seite dar. Nachdem die Hexenverfolgungen in den Jahren um 1590 in Europa Ausmaße wie nie zuvor erreicht hatten, schlug sich die Entwicklung auch in „Erschütterungen im kulturellen Bereich“ nieder, wie die Entstehung des Prototyps des Teufelsbündler Doktor Faust zeigt, „der die deutsche Literatur noch auf Jahrhunderte beschäftigen sollte“ (S. 183).

Zwischen 1624 und 1626 gab es erneut Missernten und eine Dauerkrise bis 1629 gefolgt von wenigen „billigen Jahren“, bis es schließlich von 1632 bis 1636 zu katastrophalen Jahren kam (S. 186):

Die Pest hielt in diesem Krisenjahrzehnt eine Ernte wie nie zuvor, die Bevölkerungszahl sank in manchen Regionen auf die Hälfte ab. Das Signum dieser Jahre waren extreme Hungersnot und Pestepidemien, denen gegenüber die gleichzeitigen Kriegsgeschehnisse als beinahe belanglos erscheinen. Genau in diesen extremen Krisenjahren erreichten die Hexenverfolgungen in Deutschland ihren Höhepunkt.


Behringer, S. 186

An dieser Stelle und in diesem Zeitraum zwischen 1626 und 1630 schließlich tun sich die fränkischen Hochstifte Bamberg, Würzburg und Eichstätt sowie ferner das protestantische Coburg als Orte hervor, an denen die „vermutlich größte deutsche Hexenverfolgung, vielleicht sogar die größte Europas überhaupt“ stattfand (S. 186). Wie Behringer summiert, fielen mehrere tausend Menschen diesen Verfolgungen zum Opfer, wobei für das katholische Hochstift Bamberg zwei Protagonisten zentral waren: erstens, Weihbischof (1610-1630) und Dämonologe Friedrich Förner, der hinter den Bamberger Verfolgungen von 1616 bis 1618 stand, denen etwa 300 Personen zum Opfer fielen. Zweitens ist Bischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1626-1630) zu nennen. In knapp fünf Jahren wurden laut Behringer unter Bamberger Obrigkeit 600 Menschen als Hexen verbrannt (S. 186-187).

Auch die Kleinstadt Zeil am Main, die heute zum unterfränkischen Landkreis Haßberge gehört, stand damals unter Bamberger Obrigkeit. Dort gibt es heute im sogenannten Hexenturm, einem ehemaligen Folterort und Hexengefängnis, das seit 2011 (?) das Dokumentationszentrum Zeiler Hexenturm beherbergt; wie die Mitarbeiterin Schraut im Fimbeitrag von TV Mainfranken bemerkt, waren in die alte Stadtmauer der Stadt Zeil außerdem 14 weitere Türme integriert, die auch als Hexengefängnisse genutzt wurden. Bei Behringer befindet sich ein wichtiges Dokument, dort mit der Nummer 171: Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgungen: ›Neue Zeitung von sechshundert Hexen‹, Bamberg 1630 (S. 261-264), wo explizit von Zeil die Rede ist und Hexerei ganz direkt mit Frösten und Missernten in Verbindung gebracht wird:

Wahrhaftiger Bericht, wie im Kayserlichen Stifft Bamberg viel Zaeuberin sind verbrannt worden, wie sie bekennet haben, daß sie in etlichen Jahren im gantzen Land den Wein und das Getraeydig alles erfroeret, viel Menschen und Viehe gesterbet, auch krumm und lahm gemacht, und schreckliche Thaten bekannt haben. Wie denn in der Stadt Zeil ueber die hundert Menschen, darunter acht Raths-Herren und zween Buergermeister mit ihren Weibern und etlichen Toechtern sind verbrannt worden, und hat der eine Buergermeister, welcher ein Gastgeber gewesen, und am Marckt gewohnet, er und sein Weib und Tochter bekannt, daß sie viel Pferd und Viehe gesterbet, das Fleisch auf dem Schind-Anger geholet, dasselbige gekocht, auch Hund und Katzen fuer Hasen gebraten, und den Gaesten zu essen geben…
Darauf der Cantzler und Doctor Horn, des Cantzlers Sohn, sein Weib, und zwoo Toechter, auch viel vornehme Herren und Raths-Personen, sonderlich etliche Personen, die mit dem Bischoff ueber der Taffel gesessen, sind alle gerichtet und zu Aschen verbrandt worden.


zit. nach Behringer, S. 261-262.

Wie aus diesem Ausschnitt des noch viel längeren Quellentexts hervorgeht, hat sich die Opfergruppe in Zeil erheblich geweitet, und zwar auf alle gesellschaftlichen Schichten, bis hinauf zu Bürgermeistern und Ratsherren. Übertroffen wurden die Zahlen der Gemordeten im Bamberger Hochstift innerhalb Frankens im benachbarten Würzburg (S. 187). Noch ein Aspekt macht die Verfolgungen in Zeil besonders: die schiere Anzahl der Gemordeten. Dies würde schließlich auch dazu führen, dass Verurteilte durch Enthauptung vor ihrer Verbrennung „begnadigt“ wurden, um ihre Körper „effizienter“ und angesichts steigender Holzpreise kostensparender kollektiv verbrennen zu können. An diese Zeit erinnert in Zeil am Main auch heute noch der Straßenname Am Brennofen (dazu genauer im Film der Reihe Hockdichhi; bei Grießhammer; auf der Seite Zeiler Hexenturm). Ein grausamer Vorgeschmack des Holocausts? Bemerkenswerterweise stellt Behringer fest, dass dieser Begriff tatsächlich einen Bezug zu den Hexenverfolgungen aufweist — ohne jedoch dieser augenfälligen Parallele zum Holocaust des 20. Jahrhunderts genauer nachzugehen (zumindest nicht in diesem Buch):

Der Begriff»Holocaust«, aus der Sprache unseres Jahrhunderts wohlbekannt, findet sich überraschend im frühen 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit den Hexenverfolgungen in Italien: Der berühmte Mailänder Jurist Andrea Alciati bezeichnete sie als »nova holocausta«.


Behringer, S. 191.

Noch eine weitere Parallele zu den Verfolgungen der Nazizeit drängt sich hier auf: Behringer betont in diesem sowie im nächsten (fünften) Kapitel, dass es oft die Bevölkerung selbst war, die als treibende Kraft hinter den Verfolgungen stand und diese forcierte:

Der Anteil der Bevölkerung tritt bei den Verfolgungen immer deutlicher zutage (Dok. 163). Untertanen schlossen sich an Main und Rhein, an Mosel (…), Nahe (…) oder Saar (…) förmlich in »Ausschüssen« zusammen, um ihre Obrigkeiten zur Aktion aufzufordern (Dok. 176). Die Entdeckung dieser frühneuzeitlichen »Bürgerinitiativen« verändert zunehmend unseren Blick auf die Hexenverfolgungen. So schrecklich diese Erkenntnis ist: Hexenverfolgungen waren populär. Bei den großen Verfolgungen war die Bevölkerung die treibende Kraft.


Behringer, S. 188-189

Es mag manchen überraschen, so Behringer, dass die Stimmung in der Bevölkerung in der frühen Neuzeit überhaupt ausschlaggebend war — stellen sich doch viele unter Feudalismus und Absolutismus eine Gesellschaftsform vor, in der die Obrigkeiten mehr oder weniger rücksichtslos auf die Befindlichkeiten des kleinen Mannes herrschen konnten.

Tatsächlich aber waren die Obrigkeiten in hohem Maße von der Stimmung in der Bevölkerung abhängig. Besonders in Krisenzeiten wurden sie regelrecht unter Druck gesetzt durch Petitionen (Do. 176) oder sogar durch die Androhung direkter Rebellion (Dok. 141) durch die »Untertanen«.


Behringer, S. 268

Deutschland bildete bei den Verfolgungen um 1630 das unangefochtene Zentrum in ganz Europa und auch unter den Kolonien Spaniens und Portugals (S. 189 ff.). Ein wichtiger Faktor, der diese Sonderstellung Deutschlands erklären kann, ist die politische Zersplitterung Deutschlands in Klein- und Kleinststaaten — was wiederum auch zur Folge hatte, dass die Verfolgungen nicht flächendeckend waren, sondern sich auf bestimmte Gebiete konzentrierten (S. 193):

Jeder elende Reichsritter mit wenigen hundert Untertanen, der über eigene Hochgerichtsbarkeit verfügte, konnte unkontrolliert mit Hexenprozessen beginnen, wenn er sein Zipperlein auf Schadenzauber zurückführte, ebenso jeder ängstliche kleine Reichsabt, dem seine Bauern mit Aufruhr drohten.


Behringer, S. 193

Es lässt sich eine allgemeine Tendenz hinsichtlich der politischen Verfasstheit innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation beobachten: größere Flächenstaaten bildeten Ausnahmen, da in ihnen weniger oder gar keine Verfolgungen stattfanden — darunter Gebiete wie die Kurpfalz, der ganze Osten Deutschlands von Kurbrandenburg über Kursachsen bis Kurbayern (S. 193-194). Übertragen auf aktuelle Bundesländer Deutschlands sticht Franken unter allen Regionen besonders heraus, wo von insgesamt 22.500 Hexenverbrennungen 4.500 stattfanden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 4.000 Hexenverbrennungen; Brandenburg mit Berlin etwa kam auf die sehr viel geringere Zahl von 500 Hexenverbrennungen (S. 194). Die Zahlen der Hexenverbrennungen insgesamt, so Behringer, seien immer wieder maßlos übertrieben worden, etwa in der von ganz unterschiedlichen und widersprüchlichen Gruppen vertretenen Behauptung von „Neun Millionen Hexen“ (Behringer 1998). Andererseits würden Opfer der Verfolgungen, die nicht auf dem Scheiterhaufen endeten, vernachlässigt (S. 195).

Mitteleuropa am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges.
Bildquelle: Sir Iain This W3C-unspecified vector image was created with Inkscape ., CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Coverbild:

Einblattdruck zu einer Hexenverbrennung in Derenburg (Grafschaft Reinstein) 1555. R. Decker, Public domain, via Wikimedia Commons {{PD-US-expired}}

Referenzen, weiterführende Literatur, weitere Sekundärquellen

Behringer, Wolfgang ([1988] 2006) (Hg.): Hexen und Hexenprozesse in Deutschland. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Behringer, Wolfgang (1988): Mit dem Feuer vom Leben zum Tod: Hexengesetzgebung in Bayern. München: Hugendubel.

Behringer, Wolfgang ([2007] 2020): Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Behringer, Wolfgang: Climatic Change and Witch-Hunting: The Impact of the Little Ice Age on Mentalities, in: Climatic Change 43 (1999): 335-351.

Behringer, Wolfgang: Neun Millionen Hexen. Entstehung, Tradition und Kritik eines populären Mythos, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 49 (1998), 664-685.

Bischöfliches Seelsorgeamt Augsburg (Fachbereich Religions- und Weltanschauungsfragen): Hexenglaube und Hexenverfolgung in der abendländischen Geschichte, in: WELTANSCHAUUNG 1/2008.

Dillinger, Johannes (2007): Hexen und Magie. Eine historische Einführung (= Historische Einführungen. Band 3). Frankfurt am Main: Campus.

Flurschütz da Cruz, Andreas (2017). Hexenbrenner, Seelenretter: Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn und die Hexenverfolgungen im Hochstift Würzburg (1573–1617) (Hexenforschung, Bd. 16). Bielefeld.

Grießhammer, Birke (2013): Angeklagt – Gemartert – Verbrannt: Die Opfer der Hexenverfolgung in Franken. Sutton Verlag.

Grießhammer, Birke (2016): Frauenschicksale in Franken: Hebammen, Hexen, Heilkundige. Sutton Verlag.

Mainpost. „Bestialischer Tod im Hexen-Ofen“. 22. November 2012. https://www.mainpost.de/regional/hassberge/bestialischer-tod-im-hexen-ofen-art-7150230.

Meier, Robert (2019): Hexenprozesse im Hochstift Würzburg: Von Julius Echter (1573-1617) bis Philipp von Ehrenberg (1624-1631). Würzburg: Echter Verlag.

Mergenthaler, Markus und Margarete Klein-Pfeuffer (Hg.) (2014): Hexenwahn in Franken. Herausgegeben im Auftrag des Knauf-Museums in Iphofen. Dettelbach: Röll.

  • Burkard, Franz-Peter: „Hexen“ in religionswissenschaftlicher Sicht.
  • Förth, Jürgen: Ein Klimawandel im Mittelalter.
  • Hirte, Markus: Die Entstehung des Hexereidelikts.
  • Tiedemann, Klaus: Die Auswirkungen der Folter in medizinischer Sicht.
  • Mergenthaler, Markus: Das Scheiterhaufenexperiment am Galgenbrünnlein in Seinsheim.
  • Bergerhausen, Hans Wolfgang: Die Hexenverfolgungen in Würzburg 1590-1630.
  • Endres, Josef: „Mit dem feuer vom leben zum tode gebracht“ Hexenprozesse in Iphofent.
  • Hinkelmann, Manfred: Hexenwahn und Hexenprozesse in Ochsenfurt.
  • Pfrang, Michael: Hexenprozesse in der Zent Gerolzhofen.
  • Soder von Güldenstubbe, Erik: Die unschuldig als Hexe verurteilte Praemonstratenserchorfrau Renata Singer von Mossau.
  • Meier, Robert: Hexenverfolgung in der Grafschaft Wertheim in den Jahren 1629 -1634.
  • Walter, Helga: Hexen in Buchbrunn – Ein Fall aus der Justizgeschichte Kitzingens.
  • Herdrich, Walter: Ein Stein erzählt.
  • Dippold, Günter: Hexereiprozesse im Hochstift Bamberg.
  • Lang, Gisela: Hexenfresser Förners nördlichste Bastion.
  • Kleefeld, Traudl: Hexenverfolgungen in den lutherischen Herrschaftsgebieten in Franken.
  • Rowlands, Alison: Eine Reichsstadt ohne „Hexenwahn“: Rothenburg ob der Tauber, 1550-1750. 
  • Simon, Erika: Magische Gestalten in der Antike.

Metzbacher, Friedrich (1970): Die Hexenprozesse in Franken. Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte (Nr. 56). C. H. Beck Verlag.

Ostorero, Martine: Itinéraire d’un inquisiteur gâté : Ponce Feugeyron, les juifs et le sabbat des sorciers. In: Médiévales, n°43, 2002. Le bain : espaces et pratiques. pp. 103-117; doi : https://doi.org/10.3406/medi.2002.1561, <https://www.persee.fr/doc/medi_0751-2708_2002_num_21_43_1561>

Schwerhoff, Gerd: Hexerei, Geschlecht und Regionalgeschichte. Überlegungen zur Erklärung des scheinbar Selbstverständlichen, in: Hexenverfolgung und Regionalgeschichte. Die Grafschaft Lippe im Vergleich (Studien zur Regionalgeschichte Bd. 4), hrsg. v. Gisela Wilbertz, Gerd Schwerhoff u. Jürgen Scheffler, Bielefeld 1994, 325-353.

Weiß, Dieter J.: Bamberg, Hochstift: Territorium und Struktur, publiziert am 08.03.2010; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Bamberg,_Hochstift:_Territorium_und_Struktur> (15.10.2025).

Links:

Dokumentationszentrum Zeiler Hexenturm. URL: <https://zeiler-hexenturm.de/> (15.10.2025).

Hexen-franken.de — Website von Birke Grießhammer, Historikerin mit Schwerpunkt Hexenverfolgung in Franken und Kuratorin der Wanderausstellung „Hexenverfolgung in Franken“ (bis 2002). URL: <http://www.hexen-franken.de/> (15.10.2025).

Filme:

Hexen — Chronik eines Massakers. Film von Marie Thiry, Frankreich, 2025, Arte F, Abrufbar bis 16/12/2025 über URL: <https://www.arte.tv/de/videos/112345-000-A/hexen-chronik-eines-massakers/> (16.10.2025)

Hexenwahn: Ein tödlicher Verschwörungsmythos. Film von Rainer Fromm, phoenix 2023, URL: <https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/hexenwahn-a-3125515.html> (16.10.2025).

Hockdichhi – Aus dem Zeiler Hexenturm (Gespräch zwischen Felix See und Monika Schraut) vom 28. 05. 2023, in: TV Mainfranken, URL: <https://www.tvmainfranken.de/mediathek/video/hockdichhi-aus-dem-zeiler-hexenturm/> (16.10.2025).

Eine Antwort auf „„Crimen exceptum“: Franken als Hochburg des Hexenwahns der frühen Neuzeit (I)“

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