„Ima neka tajna veza“ ist der Titel eines sehr jugoslawischen Songs, den ich erst in den 1990er Jahren kennengelernt habe, zur Zeit des Bosnienkrieges, als immer mehr Kassetten und CDs aus der zerschossenen Jugosphäre zu uns kamen. Damals kam auch die blaue Bijelo Dugme CD. Der Song Ima neka tajna veza wurde auch, aber nicht nur von der vielleicht jugoslawischsten aller jugoslawischen Bands interpretiert.Weiterlesen„Trotzdem“, Jugomukke und artgerechtes Denken einer Pita: eine innige Verbindung nach Jugoslawien
Schlagwort: Sommer
Mittlerweile wird viel über Markus Söders „fetischhafte Wurstfresserei“ (Robert Habeck) gespottet, aus gegebenen und nachvollziehbaren Gründen. Doch Söder ist sehr viel talentierter, wie seine Selbstinszenierung zum „Baumfreund“ während der Pandemie gezeigt hat. Hatte Söder damals auf dem Feld grüner Themen gewildert? Oder heimelte er vielmehr ein naturverbundenes Bayern an? Diesen älteren Beitrag über den CSU-Mann als Baumfreund werde ich zumindest teilweise in die Acta Francorum aufnehmen. WeiterlesenDer CSU-Mann Söder inszeniert sich als Baumfreund
Morbide Wiesen: Noch einmal zum Sommer
Immer wieder wird vor Katastrophismus „gewarnt“. In einem Radiofeature heißt es hingegen, das Massenaussterben der Gegenwart beträfe die gesamte Megafauna. Es gehe gar nicht „nur“ darum, ob der Orang Utan nun für immer verschwindet. Es gehe auch um Pferde, Kühe, Hunde, Katzen, Vögel und Schweine. Keinem Tier, das das Format einer Ratte an Größe übertrifft, wird eine Überlebenschance eingeräumt. Andererseits könnten nicht nur die Ratten das Rennen machen: Sollten sich die Buchen als resilient erweisen, könnte sogar der unscheinbare Siebenschläfer noch einmal ganz groß raus kommen. Dieser steht nur auf, wenn der Buchenwald zum Mastjahr ruft. Mit ausdauerndem Schlaf, monatelangem Fasten und gierigem Mastfraß käme er vielleicht durch die Meta-Katastrophe.WeiterlesenMorbide Wiesen: Noch einmal zum Sommer
Die tropische Zone ist zusammengebrochen
Dieser Beitrag ist vor einigen Jahren auf Dunyalook entstanden. Ich habe ihn in die Kategorie Sommer der Acta Francorum verschoben, um den zentralen Aspekt des Beitrags herauszuarbeiten und weiterzuverwenden: Die tropische Zone ist zusammengebrochen. Mit den Tropen meine ich die Fixpunkte unseres diskursiven „Running to and fro“. Es geht nicht „nur“ um die Klimaveränderung an sich, sondern um einen Zerfallsprozess alter Gewissheiten, der damit einhergeht. Diese Dynamik wird selten beschrieben — vermutlich, weil sie gerade erst am Geschehen ist.WeiterlesenDie tropische Zone ist zusammengebrochen
Busfahrt Berlin-Franken
Dieser Beitrag war ursprünglich Teil eines längeren, ziemlich unzusammenhängenden Textes auf Dunyalook. Ich habe ihn geteilt und mich auf die naturräumlichen Beobachtungen beschränkt, die Teil des Sommer-Kapitels sein werden. Der Text wird noch stark umgearbeitet, seine zentralen Beobachtungen aber bleiben.WeiterlesenBusfahrt Berlin-Franken
Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie das neue Millennium für mich begann. Ich verbrachte damals die Weihnachtsferien samt des Jahreswechsels zusammen mit der Ständy, die nicht zu unserem Jahrgangstreffen gekommen war, in Südtunesien. Während wir mit Gedanken an unser kurz bevorstehendes Abi in den Flieger nach Monastir stiegen, bereiteten sich unsere Gastgeber auf ihr Bac vor, das dort offenbar eine noch viel strengere und ernsthaftere Angelegenheit war als das Abitur bei uns. Unsere Freunde holten uns am Flughafen Monastir im Sahel ab, von wo es mit dem Zug in Richtung Südosten ging. Irgendwo endete die Zugfahrt, gefolgt von einer Taxifahrt nach Gafsa, wo wir die nächsten zwei Wochen über wohnten…Weiterlesen(6) Das Millennium beginnt am Chott el Djerid und hält keines seiner Versprechen
Das grafische Motto der Abi-Zeitung zeigt dreizehn Spermien (Schuljahre) neben einem Raumschiff im Weltall auf ihrem Weg in die Zukunft. Eher beiläufig ist wohl ein allgemein verbreiteter Zeitgeist rund um die Zahl 2000 auf das Cover geraten, der zwischen futuristischer Euphorie und dem sogenannten Jahr-2000-Problem hin- und herschwankte. Heute fordert dieses symbolschwangere Bild — um die Spermien-Allegorik weiterzudenken — geradezu auf, sich mit der Masse optimistischer Botschaften hinter der Zahl 2000 noch einmal etwas genauer zu beschäftigen.Weiterlesen(5) Übergangsriten und das Jahr-2000-Problem
Obwohl die Atmosphäre grundsätzlich heiter war, so schien den gesamten Abend über auch eine diffuse Form von Traurigkeit durch die Gespräche und aus den Gesichtern. Die unterschwellige Traurigkeit an diesem Abend hatte nicht vordergündig mit den mindestens vier Sterbefällen zu tun, die unser Jahrgang inzwischen zu verzeichnen hat. Vielleicht war die Traurigkeit ja auch eher im Phantomschmerz über einen zurückliegenden Heimatverlust begründet — mit anderen Worten: Nostalgie.Weiterlesen(4) Heitere Gespräche bei diffuser Traurigkeit: ein Fall von Nostalgie?
(3) Das Jahrgangstreffen in Zeil
Im Bourdieu-Jahr 2004 lag natürlich objektiv betrachtet gar nichts wahnsinnig lange zurück. Das Abitur, diese ach so wichtige Wegmarke, auf die man sich jahrelang vorzubereiten hatte, war gerade vier Jahre her. Was wurde doch für Angst und Schrecken vor diesem Prüfungsritual verbreitet. Und dann war es auf einmal vorbei und ließ uns fortgehen — einfach so. Das Wort Abitur bedeutet auch gar nichts anderes, als dass man fortzugehen hatte: abire, fortgehen.Weiterlesen(3) Das Jahrgangstreffen in Zeil
Im zweiten Teil meiner Essay-Reihe, die in Folge des 25-jährigen Abiturtreffens im Sommer 2025 entstanden ist, beschäftige ich mich mit Klassenfragen. Ich kehre zurück ins Jahr 2004, das unter dem Strich von der Lektüre Pierre Bourdieus geprägt war. Weiterlesen(2) Das Bourdieu-Jahr und ein paar wichtige Klassenfragen










